Tierarztpraxis Prinzenhof Kevelaer

Tierärztliche Hausapotheke

Tierarztpraxis Prinzenhof
Richard Paeßens
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D - 47623 Kevelaer

Akademie für tierärztliche Fortbildung

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Urlaub: Mit dem Hund in den Süden

Urlaub mit dem Hund in den Süden1-002

Urlaub mit dem Hund in den Süden1-003

 

Kampfhundesteuer nein Danke

Kampfhundesteuer nein Danke10112015

 

Aufwendungen für die Betreuung eines Haustieres sind steuerbegünstigt

Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 4. Februar 2015 (Az.: 15 K 1779/14 E) Tierbetreuungskosten als Aufwendungen für  haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt und damit der Auffassung der Finanzverwaltung widersprochen.

Die Kläger halten eine Hauskatze in ihrer Wohnung. Mit der Betreuung des Tieres während ihrer Abwesenheit beauftragten sie eine Tier- und Wohnungsbetreuerin, die ihnen pro Tag 12 €, im Streitjahr 2012 insgesamt 302,90 €, in Rechnung stellte. Die Rechnungen beglichen die Kläger per Überweisung. Mit der Einkommensteuererklärung beantragten sie eine Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen. Das Finanzamt lehnte dies unter Verweis auf das einschlägige Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen ab. In dieser für das Finanzamt verbindlichen Anweisung wird eine Steuerermäßigung für Tierbetreuungs-, -pflege- und -arztkosten ausgeschlossen.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat der Klage stattgegeben. Entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung habe die Versorgung von Haustieren einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters und werde deshalb von der Steuerbegünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen erfasst. Nach dieser Vorschrift ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer auf Antrag um 20% (höchstens 4.000 €) der Aufwendungen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Der Begriff „haushaltsnahe Dienstleistung“ ist gesetzlich nicht näher bestimmt. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung gehören dazu hauswirtschaftliche Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt werden und in regelmäßigen Abständen anfallen. Hierzu zählen nach Auffassung des Finanzgerichts Düsseldorf auch Leistungen, die ein Steuerpflichtiger für die Versorgung und Betreuung des in seinen Haushalt aufgenommenen Haustiers erbringt. Katzen, die in der Wohnung des Halters leben, sind dessen Haushalt zuzurechnen. Tätigkeiten wie die Reinigung des Katzenklos, die Versorgung der Katze mit Futter und Wasser und die sonstige Beschäftigung des Tieres fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Halter und dessen Familienangehörige erledigt. Sie gehören damit zur Hauswirtschaft des Halters.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen.

 

Hund im Backofen 2015-102022016

Hund im Backofen 2015-202022016

 

Tollwut - eine gezähmte Zoonose
Die Tollwut wurde in Mittel- und Westeuropa durch systematische Impfung erfolgreich verdrängt.
Die Chance, die gesamte Welt von der Tollwut zu befreien, wird als realistisch eingeschätzt

Tollwut

Die klassische Tollwut konnte in der Europäischen Union mit Hilfe vielfältiger Maßnahmen weitgehend zurückgedrängt werden. Weltweit spielt sie jedoch mit rund 60.000 Todesfällen bei Menschen, insbesondere in Afrika und Asien, noch immer eine bedeutende Rolle. Die „Global Alliance for Rabies Control“ hat sich das Ziel gesteckt, bis 2020 die Zoonose vollständig auszurotten.

Die Tollwutbekämpfung in Europa kann zu Recht als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Seit 2008 gilt Deutschland wie viele andere west- und mitteleuropäische Länder offiziell als frei von klassischer Tollwut. Dies unterstrich auch der stellvertretende Direktor der Generaldirektion Gesundheit der Europäischen Kommission Ladislav Miko anlässlich des 10. Welt-Tollwut-Tages im vergangenen Jahr.

Wichtige Bausteine der erfolgreichen Bekämpfungsstrategie sind die Anzeigepflicht, regelmäßige Impfungen von Hunden, Regelungen zum Reiseverkehr und die Tierseuchenüberwachung sowie die flächendeckende Köderimpfung bei Füchsen. Schutzmaßnahmen sind weiterhin notwendig, um eine Wiedereinschleppung der Seuche beispielsweise durch Wildtiere oder illegal eingeführte Hunde aus Tollwutgebieten zu vermeiden. So traten 2012 in Griechenland nach 25 Jahren Tollwutfreiheit wieder Fälle auf, die möglicherweise auf Tollwutgeschehen in angrenzenden Ländern zurückzuführen sind. Positive Befunde bei Füchsen gab es im selben Jahr auch in Polen und Rumänien. Die Europäische Kommission wird aus diesem Grund die erfolgreichen Programme in den EU-Mitgliedstaaten und in Grenzgebieten zu Drittländern weiter unterstützen.

Man geht davon aus, dass zur sicheren Elimination der Tollwut rund 70 Prozent aller Hunde geimpft sein müssen. Dieser Wert ist beispielsweise in Osteuropa noch nicht erreicht. Hier spricht man von einer Impfabdeckung von 63 Prozent.

Besondere Herausforderungen sind auch alternative dezentrale Nachweisverfahren sowie die Überwindung logistischer Probleme (fehlende Infrastruktur, Laborkapazitäten, mangelnde Kontrollmöglichkeiten) vor allem in Afrika.

Kasten:

Die „Verwandten“ der klassischen Tollwut 

Tollwut (Rabies) ist eine lebensgefährliche Zoonose. Überträger des klassischen Tollwut-Erregers, des Rabies-Virus aus der Gattung der Lyssa-Viren, sind Säugetiere wie Füchse oder Hunde. Mögliche Überträger mit Vektorkompetenz können auch invasive Spezies wie der Waschbär sein. Neben der klassischen (terrestrischen) Tollwut kommen weltweit auch bei einigen Fledermausarten verwandte Tollwutviren vor. In Europa handelt es sich hier um die Europäischen Fledermaustollwutviren (EBLV) 1 und 2, die auch auf den Menschen übertragen werden können. In Europa wurden bislang laut Friedrich-Loeffler-Institut fünf derartige Fälle von Erkrankungen von Menschen dokumentiert.

BU:

Die Tollwut wurde in Mittel- und Westeuropa durch systematische Impfung erfolgreich verdrängt.